Vor- und Nachteile einer Split Wärmepumpe

Die Split Luftwärmepumpe teilt sich in zwei Einheiten auf. Ein Geräteteil befindet sich im Hausinneren, ein anderer Teil befindet sich ausserhalb des Gebäudes. Split-Geräte sind in der Regel günstiger als Kompaktwärmepumpen und lassen sich einfacher montieren.

Einsatz von Split Wärmepumpen

Die Split Wärmepumpe ist eine der beliebtesten Luftwärmepumpen. 2013 wuchs der Marktanteil dieser Wärmepumpenbauart mit 18.100 Geräten um 18,3 Prozent. Bereits 2012 zeichnete sich dieser positive Absatztrend mit 23,4 Prozent Umsatzzuwachs von Splitgeräten ab. Die Gründe hierfür liegen zum einen in den günstigeren Preisen von Splitanlagen, mit denen sich gerade im Neubau eine der EnEV entsprechende ökologische als auch sparsame Heizung realisieren lässt. Aber auch im Altbaubereich lässt sich die Split Wärmepumpe dem Wärmebedarf des Gebäudes entsprechend flexibel mit anderen Split-Geräten oder konventionellen Heizwärmeerzeugern kombinieren.

SensoTherm BLW Split-Kombination von Brötje (Foto: Brötje)

Bauarten und Split-Varianten

Split-Wärmepumpen bestehen immer aus einer Innen- und einer Ausseneinheit. Dabei lassen sich drei verschiedene Split-Techniken unterscheiden.

Split-Verdampfer

Der Split-Verdampfer ist die gebräuchlichste Luftwärmepumpentechnik dieser Bauart. Dabei wird die Luft von einem Ventilator angesaugt und die Wärme noch in der Ausseneinheit auf das Kältemittel übertragen. Das Kältemittel wird dann über eine Sauggas- und Einspritzleitung oder Sauggas- und Flüssigkeitsleitung, bei der sich das Expansionsventil direkt am Verdampfer befindet, bis zur Inneneinheit in das Gebäude transportiert. Die Kältemittelleitung selbst sollte so kurz wie möglich ausgeführt werden, da sich sonst der Druckabfall negativ auf die Effizienz der Split-Wärmepumpe auswirkt. Zudem ist die Ölrückführung zur Wärmepumpe zu beachten und speziell die Saugleitung entsprechend zu verlegen.

Split-Verflüssiger

Bei einem Split-Verflüssiger befinden sich alle Bauteile des Kältemittelkreislaufs wie der Verdampfer, Verdichter, Ventilator, Expansionsventile, Steuerungs-, Regel-, und Sicherheitseinrichtungen als eine Einheit im Aussenbereich. Der Kältemittelkreislauf wird nur noch ergänzt durch eine Split-Leitung bestehend aus einer Heissgas- und einer Flüssigkeitsleitung, die im Haus an den Verflüssiger angeschlossen wird. Bei der Installation eines Split-Verflüssigers muss neben der Diffusionsdichtheit insbesondere auf eine höhere Rohrleitungsdämmung geachtet werden. Da sich alle Geräusche verursachenden Quellen dieser Split Wärmepumpe im Aussenbereich befinden, ist auch die Auswahl des Aufstellungsortes eingeschränkt.

Split-Aufstellung und Montage

Das äussere Splitgerät wird in der Regel direkt aussen an oder vor der Haus- oder Kellerwand in nächster Nähe zum Innengerät aufgestellt. Wie bei anderen Luftwärmepumpen auch, sollte bei der Aufstellung des Aussenteils darauf geachtet werden, dass sich Wege, Terrassen oder Treppen nicht im kalten Luftstrombereich befinden.

Die Verbindung vom äusseren Splitgerät zur Inneneinheit erfolgt in der Regel über Kältemittelleitungen. Eine Frostfreihaltung ist dabei nicht nötig, da das Kältemittel im äusseren Splitgerät auch bei längerem Stillstand der Anlage nicht einfrieren kann.

Der Leitungsdurchgang durch die Aussenwand ist mit speziellem elastischem Zwischenmaterial zu versehen, um eine Schallbrückenbildung zwischen Split Innen- und Aussenteil zu vermeiden. Die Verbindungsleitungen selbst müssen diffusionsdicht gedämmt werden.

Bei kleineren Split-Verdampfern wird lediglich ein wärmegedämmter Panzerschlauch ins Hausinnere geführt. (Foto: energie-experten.org)

Split-Kombinationen für Neu- und Altbauten

Im Neubau eines Einfamilienhauses wird eine Split Wärmepumpe in der Regel monovalent als alleiniges Heiz- und auch Kühlsystem eingesetzt. Dabei setzen moderne Split-Systeme Invertertechnologie ein, um die Leistung stufenlos zu modulieren.

Im Altbau als auch bei grösseren Gebäuden werden Split Wärmepumpen in der Regel als Kaskade oder bivalent als Hybridsysteme eingesetzt. Zu einer der beliebtesten Hybrid-Kombinationen zählt die Luft-Split-Wärmepumpe in bivalentem Betrieb mit einem Gasbrennwertgerät zur Heizungs- und Warmwasserversorgung. Dabei deckt die Split Wärmepumpe immer dann die Wärmeversorgung, wenn eine ausreichend hohe Aussentemperatur vorliegt. Reicht die Heizleistung der Split-Luftwärmepumpe nicht aus, so kommt die Gasheizung zum Einsatz.

Vorteile einer Split Wärmepumpe

Grundsätzlich liegt ein Vorteil des gesplitteten Anlagenaufbaus in der sehr flexiblen Aufstellmöglichkeit, da Innen- und Aussenteil nur über zwei Kältemittel- bzw. Soleleitungen miteinander verbunden werden müssen. So kann im Gegensatz zur Innenaufstellung einer Luft-Wärmepumpe auf die aufwändige Installation und Mauerdurchführung von Luftkanälen verzichtet werden. Im Vergleich zur Aussenaufstellung vermeidet die Split-Variante hingegen höhere Aufwendungen für die Zuleitungen und dadurch auftretende Wärmeverluste. Und auch bei längeren Strecken zwischen Split-Innen- und Aussenteil ist die Verlegung und Wärmedämmung von Kältemittelleitungen in der Regel kostengünstiger.

Die Inneneinheit ist zudem sehr kompakt und hat etwa die Abmessungen von Gas-Wandgeräten. Sie lässt sich somit einfach anbringen und beansprucht wenig Platz. Da bis auf Heizkreispumpe und Drei-Wege-Ventil alle mechanisch arbeitenden Komponenten in der Ausseneinheit untergebracht sind, arbeitet die Inneneinheit sehr geräuscharm. Dadurch ist in der Regel eine problemlose Installation auch in der Nähe von Wohnräumen möglich. Bei Anlagen bei denen sich der Kompressor im Innenteil befindet, hat man den Vorteil, dass das Aussenteil einen geringeren Schallpegel erzeugt.

Hieraus ergeben sich Kostenvorteile bei der Montage. Und da Split Wärmepumpen auf aus der Klimatechnik stammenden Bauteilen basieren, die weltweit in grossen Stückzahlen hergestellt werden, betragen die Gerätepreise für Split-Wärmepumpen zum Teil nicht einmal zwei Drittel üblicher Monobloc-Wärmepumpen vergleichbarer Leistung.

Nachteile einer Split Wärmepumpe

Grundsätzlich weisen Split Wärmepumpen einen mit anderen Bauarten vergleichbare Leistungszahl auf. In der Praxis können aufgrund der Trennung des Verdampfers und Verdichters jedoch geringere Jahresarbeitszahlen als vergleichbare Kompaktwärmepumpen auftreten. Dabei gilt, je länger die Kältemitteilleitung, desto schlechter die Effizienz. Zudem wird der Strombedarf systembedingt durch eine Begleitheizung erhöht, die direkt in der Kondensatleitung installiert wird, um bei Frostgefahr den Rückstau von Kondensat in die Wärmepumpe zu vermeiden.

Da Aussen- und Inneneinheit bei der Vor-Ort-Montage mit Kältemittelleitungen zu einem geschlossenen Kältekreislauf verbunden werden müssen, schreibt der Gesetzgeber allerdings auch eine Installation durch einen entsprechenden Kältemitteltechniker vor, was in der Regel nicht von Heizungsinstallateuren angeboten wird. Zudem muss bei einer Split Wärmepumpe bei einem Kältemittelinhalt von mehr als 3kg eine jährliche Wartung von einem Kältetechniker eingeplant werden. Ist kein Kältemitteltechniker vor Ort dafür zuständig, muss dann der im allgemeinen teurere Werkskundendienst in Anspruch genommen werden.

(Quelle: http://www.energie-experten.org)